OKLAHOMA! Kostprobe

Als Kostprobe meiner neuen Übersetzung von Rodgers‘ & Hammersteins OKLAHOMA! hier Ado Annies Song „I Cain’t Say No“:

Es ist nicht so, als wär mir, was man tun soll, nicht ganz klar –
Ich wusste schon Bescheid, da war ich zehn!
Ich hörte dies und jenes, und bestimmt war alles wahr,
wie übel uns die Männer hintergehn.
Ich sag mir selber, Annie, gib gut acht!
Doch wenn ein Kerl ins Bild kommt, werd ich schwach.

Ich sag nie Nein – ich kann es nicht.
Neinsagen fällt mir so schwer!
Mir steht das „Ja!“ gleich im Gesicht.
Da liegt das ganze Malheur.

Wenn ein Mann ein Mädchen küssen will,
dann gibt sie ihm am besten einen Tritt!
All das weiß ich, doch wenn mir’s passiert,
dann mach ich bei der Küsserei gleich mit!

Sitz ich zu zwein im Schummerlicht,
tu ich nicht störrisch und stumm,
fall auch nicht ohnmächtig um,
ich red nicht lang drum herum:
Ich sag nicht Nein!

Was ist da zu tun, wenn ein Mann mit dir gehn will
und dir was gestehn will,
was ist da zu tun?
Wenn er zu dir sagt, deine Lippen, die glühen
wie Rosen, die blühen,
was ist da zu tun?
Wenn er zu dir sagt, du bist süßer als Rahm,
und er bringt sich vor Gram
noch um –
Wenn er so was sagt,
was ist da zu tun?
Stellt man sich stumm?

Neinsagen, das gelingt mir nicht,
das ist nicht meine Natur.
Wenn ein Galan am Tor vorspricht,
zeig ich mich sicher nicht stur!

Eine Zeitlang sitz ich kühl am Platz,
im Sofaeck so sittsam wie die Queen,
doch dann denk ich an den schönen Satz,
und was er für mich tut, tu ich für ihn!

Ich verlier leicht die Übersicht:
Steht so ein Romeo im Raum,
Stiefel an, stark wie ein Baum,
halt ich mich nicht mehr im Zaum
und sag nicht Nein!

(© R&H Theatricals Europe)

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